Rückblick vor 2017

Klangprächtiges Programmfinale in der Niedermühle Büren

Der wunderbare Flügel der Bürener Niedermühle wurde von zwanzig flinken Fingern eindrucksvoll zur Geltung gebracht. Das hochkarätige Pianistenduo Xin Wang und Florian Koltun brachte ausgesuchte Stücke der großen Meister, Mozart, Brahms und Schubert, zu Gehör, die eigens für vier Hände am Klavier geschrieben wurden.Für die Salons, also eine kleinere Zuhörerschaft gedacht, schrieb Mozart brillante, musikalische Episoden, die er mit seiner Schwester „Nannerl“ aufführte. Zu hören waren die Sonaten C Dur und D Dur, buntbebilderte Musik, die die Zuhörer, damals wie heute, begeistert und staunen lässt. Die Seele der Menschen und des Landes wollte Johannes Brahms mit seinen ungarischen Tänzen musikalisch in Szene setzen. Mit dem ersten, zweiten und fünften Tanz brachten klassische Ohrwürmer feurige Wärme in einen kalten Novemberabend. Das Hauptstück des Abends, sehr passend für den Ausklang und die dunkle Jahreszeit, war Franz Schuberts Fantasie in F-Moll. Eine Tondichtung, die wie eine Sinfonie angelegt ist und in vier Sätzen nahezu poetisch Leben beschreibt: Sehnsucht, zerbrochene Träume und Hoffnungen, Lebenslust und Vergänglichkeit. Bewegt und berührt lauschten die Zuhörer den symbiotisch spielenden Pianisten.Florian Koltun führte kenntnisreich und unterhaltsam in jedes Stück ein und webte damit eine dichte Beziehung, wie sie nur auf kleinen Bühnen entstehen kann. Sein Credo: „Der direkte Dialog mit dem Publikum schaffte es,  Kultur so nahe zu bringen, dass sie zur Berührung und damit zu einem nachhaltigen Erlebnis wird.“

Skurriles Szenenkabarett mit Michael Tumbrick  in der Niedermühle Büren

Leise und doch nachwirkungsvoll – so lässt sich Michael Tumbrincks Auftritt in der Niedermühle Büren beschreiben. Ohne Klamauk und Getöse steht er quasi im Publikum und lässt es an und feinsinnigen Beobachtungen und beziehungsreichen Alltagstragödien teilhaben. Grellgelb gibt er den Postboten, der mit Papiermonstern (Wochenzeitung), Werbungstsunamis und spärlich adressierten Urlaubspostkarten kämpft. Souverän setzt er sich über das Postgeheimnis hinweg „man muss doch wissen, was im Viertel los ist“ und zensiert epische Abschiedsbriefe  - „Männerschlussmacherrethorik“ - auf ein vernünftiges Maß. Skurril die Erlebnisse des unfreiwillig Obdachlosen: in seinem Keller liegt eine Fliegerbombe. Das bedeutet raus aus dem Haus – doch wohin? Freunde- und Liebesbeziehungen sind durch mangelnde Empathie oder zu viel Ehrlichkeit gestört. Die Flucht ins Stundenhotel wird zum fesselnd-komischen Aufenthalt. Die dritte starke Figur in Tumbrincks Programm ist der philosophierende Penner aus dem Stadtpark. Wortakrobatisch und verblüffend einfach hat er die globalen Lösungen für aktuelle Alltagsprobleme parat.

„Schutt happens“ – ein Kabarettprogramm des Münsteraners Michael Tumbrinck, das mit feinem Humor den Alltagsstaub aufgewirbelt hat.

Westfalenblatt 23.02.2016

Skurriles mit spitzer Zunge

Eckhard Radau und Bernd Düring begeistern Publikum in der Niedermühle

Büren (eb). Der Ausdruck Radau wird in der Umgangssprache gleichgesetzt mit Gepolter, Krach, Trubel und Wirbel. Das aber in Verbindung zu setzen mit dem Kabarettisten Eckhard Radau, wäre vollkommen deplatziert. Etwas lauter wird es höchstens, wenn Radau bei seinen Gedichtrezitationen oder Schützenparodien seiner Stimme einen besonderen Ausdruck verleiht oder wenn er sich bei einer seiner Gesangsdarbietungen selber ohrfeigt. Ansonsten erlebten die Besucher jetzt in der Bürener Niedermühle ein Unterhaltungsprogramm, das gekennzeichnet ist von Spitzzüngigkeit, skurrilen Parodien, viel Gesang und bester Musik, vorzugsweise Jazz, Blues, Balladen, Swing und Schlager aus den 20er und 30er Jahren.Kabarettist Eckhard Radau und Musiker Bernd Düring begeisterten die mehr als 100 Besucher zwei Stunden lang. Zwar waren sie nicht mit ihren ganz neuen Programm, »Himmel, Hölle, Teufeleien«, nach Büren gekommen, den Besuchern wurde es aber mit Auszügen schmackhaft gemacht.In der Niedermühle bekamen die Besucher das Beste aus den bisher sieben veröffentlichten Programmen des Paderborner Duos auf die Ohren und Augen. Das fing an mit den »Paderborner Spitzen« und endete auch wieder bei diesem, ihrem ersten Programm. Dazwischen gab es jede Menge an alltagsphilosophischen Betrachtungen und ganz viel Scharfsinniges. Besonderen Szenenapplaus erntete Eckard Radau, als er mit Seemannsjacke und Uniform in die Rolle des Seemanns Kuddel Daddeldu und in die des Schützen aus dem Paderborner Land schlüpfte und diese beiden Originale mit schwerer Zunge parodierte.Und so war nicht nur Bärbel Olfermann von der Kulturinitiative Niedermühle als Veranstalter sehr zufrieden, sondern auch das Publikum, das nicht nur aus Büren, sondern weit darüber hinaus zum Kabarettabend in die Niedermühle gekommen war.

Perfekter Jahresstart in der Niedermühle Büren - Blues mit Leib und Seele

Grau, aber nicht leise und mit dem Bluesgroove im Blut, das ist Matt Walsh, der mit seinem Acoutic Quartet am Samstagabend eine mitschnippende und mitwippende Zuhörerschaft in der Niedermühle Büren begeisterte.In der restlos ausverkauften Niedermühle stimmte einfach alles, der Raum, die Atmosphäre und der Dialog mit Musikern, die einen originellen Klangteppich mit facettenreichem Blues und Jazz, sowie lateinamerikanischen Rhythmen ausbreiteten. Den roten Faden dazu hielt Matt Walsh mit seiner unvergleichlichen Stimme und der Bluesharp in der Hand und führte souverän und einzigartig durch „The Land Of The Blues“. An seiner Seite ein geniales Trio, das die akustischen Wurzeln des Blues souverän beherrscht und mit Leib und Seele spielt. Gitarrist und Posaunist Matthias Fleige glänzte mit tollen Soli. Markus Passlick an Bongos, Kongas, Rasseln und Schellen sorgte für den rhythmisch perfekten Percussionhintergrund und Jürgen Knautz am Bass gab den Underground dazu. Bluesfreunde erlebten mit Always, Always, Checking Out oder Heartbreaker erdig schöne Musik, die lange nachhallt und wärmend über kalte Wintertage hilft.
Gruppe „Allerleirauh“  zu Gast in der Niedermühle Büren  - Liedgut alter Liedermacher eindrucksvoll dargeboten

In Kleidern so golden wie die Sonne, so silbern wie der Mond und so glänzend wie die Sterne verzaubert das Mädchen  Allerleirauh König Jakob, so beschreibt es das Märchen der Brüder Grimm. Die Gruppe „Allerleirauh“  aus Niederntudorf hat diesen Namen vor nunmehr fast vierzig Jahren bewusst  gewählt. Mit ihren Liedern möchte sie den funkelnden Schatz (nicht nur)alten Liedgutes darbieten. Humorvoll -derbes wechselt sich mit lustvoll- romantischem ab. Thomas Willeke, Bernhard Osterholz, Christiane Rensing, Klaus Kämmerling, Anne Osterholz und Bernhard Osterholz boten einen munteren Liedteppich, der so bezaubernd war, wie das Kleid der schönen Allerleirauh.  „Lustig, lustig Brüder, legt die Arbeit nieder…“ zuhören, mitsummen und –singen, dass machte den Zuhörern in der gut gefüllten Niedermühle Büren offensichtlich Spaß. Lieder, die kein Blatt vor den Mund nehmen und in ihrer frechen Direktheit  Lebenswirklichkeit benennen. Alltagsnöte, Lebensweisheiten, Mut und Lebenslust, das und vieles mehr wurde besungen. Sehnsucht, Wehmut, Ängste  und Hoffnungen - mit dem bekannten Heimatlied, „Kein schöner Land in dieser Zeit“  und zeitkritischen Texten zur Auswandererthematik brachte Gruppe die aktuelle Lage zur Situation der Migranten und Flüchtlinge auf den Punkt. Mit dem Loblied auf den Wein und seinen Genuss verabschiedete die Gruppe das „verzauberte“ Publikum.

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