Rückblick

9. Juni 2018 Anderersaits

 

Musik aus der guten Stube

Vier sympathische Musiker zogen am Samstagabend mit ihrem Wohnsimmer unters Dach der Niedermühle Büren ein. Damit war klar, Anderersaits, das ist anders. Die Band brachte ihr Sofa mit und versammelte unzählige Instrumente drumherum, lud ein zu Musik aus der guten Stube. Gleich der erste Song „It´s time“ gab zu verstehen: ihr seid gemeint, die Zuhörer,  mit Unterhaltung, die berühren will, vom Ohr direkt ins Herz. Zu hören waren englische und deutsche Popsongs, lyrische und rhythmische Kostbarkeiten, Musik, wie gemacht für laue Sommernächte. Die wunderbare Stimme von Anja Jacob und die Begleitung durch  Andreas Franke (Gitarre, Ukulele, Gesang) Michael Klevorn(Bass, E-Bass, Mandoline) und Raimund Hensel (Perkussion, Gesang) gaben den Stücken ihren ganz eigenen, neuen Klang. Eindrucksvoller Höhepunkt war „Something in the water“ mit Perkussion unter Einbeziehung des Wohnzimmertisches, den Anja Jacob und Raimund Hensel mit Händen und Bechern „bespielten“. Anderersaits begeisterten ihr Publikum vom ersten bis zum letzten Stück, „Mit vollen Händen“ (Sarah Connor), passender Abschluss für einen genussvollen Abend.

Samstag, 21. April 2018

Magisch – musikalische Reise mit La Finesse in der Niedermühle Büren

Die musikalische Begrüßung an das Publikum hätte nicht üppiger ausfallen können: mit einer Melange aus sieben Ouvertüren der großen Opern begrüßte das bezaubernde Damenstreichquartett La Finesse die Zuhörer in der ausverkauften Bürener Niedermühle und stimmte ein auf eine opulente, musikalische Reise.

Diese begann mit Vivaldis bildprächtigem Frühling: Blütenzauber, Vogelgezwitscher, Bachplätschern…von jedem der restlos besetzte Zuhörerplätzen aus war das gut zu hören.  Es folgte ein Reigen pfiffiger und emotionaler Filmmusiken wie dem Miss Marple-Theme,  „ Der dritte Mann“, „Spiel mir das Lied vom Tod“, einem James Bond Medley und sehnsüchtig, von der singenden Säge begleitet, Somewhere over the rainbow. In der Bearbeitung von Birgit Förstner erfuhren die Stücke ihre ganz eigene, sympathische Note und machen Lust, die großen Filme mal wieder anzuschauen. Auf ihrer magisch-bezaubernden Reise nahmen Anna Gertener (Violine), Anne Eberlein (Violia), Anna-Maria Barth (Violine) und Birgit Förstner (Cello und singende Säge) ihr Publikum auch mit in die gespenstische Atmosphäre unter See (Das Boot) und stachen mit „Pirates of Caribean“ in See auf der Suche nach musikalischen Schätzen.

Samstag, 10. März 2018

 

TWO FOR THE ROAD begeistert in de Niedermühle

 

Ein musikalisches Roadmovie wurde am Samstagabend in der Niedermühle Büren erzählt. Das urige Ambiente der Niedermühle bot den perfekten Rahmen für die musikalische Reise auf internationalen Straßen, die das Duo Felix Krampen und Uli Bär  - Two for the Road - zu Gehör brachte.

Live, pur, improvisationsfreudig und klangverliebt bekamen Stücke von Pat Metheny, Pablo de Riviera, Egberto Gismonti, Bach, Hector Villalobos oder Django Reinhard eine eigenwillige und beeindruckende Präsenz. Musik, die die Sehnsucht nach Sonne, Freiheit und Weite weckt und den Zuhörern ein entspanntes und genussvolles Klangerlebnis verschaffte.

 

Die Veranstaltung wurde vom Ministerium für Kulutur und Wissenchaft des Landes Nordrhein Westfalen und durch das Kultursekretariat Güterloh gefördert!

 

24. Februar 2018

Aufstieg und Fall eines schillernden Entertainers

 -Eckard Radau und Benny Düring widmen Harald Juhnke eine einfühlsame, musikalische Revue-

 Mit „Welcome to the club“ laden Eckhard Radau und Benny Düring zu ihrer musikalischen Revue ein, die sie dem beliebten deutschen Entertainer Harald Juhnke widmen. In der gut besuchten Niedermühle zeichneten sie das Bild des waschechten Berliners und leidenschaftlichen Schauspielers – „warst mal oben, warst mal down, alter Clown“. Musikalisch begleitet von Benny Düring, adaptiert Eckart Radau authentisch die Figur Juhnke, erzählt sein Leben, geprägt durch Nachkriegsschiebereien und die „Universität der Straße“. Es gelingt der Sprung auf die Berliner Bühnen, auf denen er spielt, als hätte er nie etwas anderes getan und wird nicht nur dort zum "Mann für alle Fälle". „Du hast Glück bei den Frauen Bel Ami“ singt Radau und verzaubert, von Benny Düring am Klavier begleitet, mit Ohrwürmern des Swing, die auch Juhnke inspiriert haben. „New York, New York –„Berlin, Berlin“ oder „Strangers in the Night – „Straßen von Berlin“, in seiner Stadt wird Juhnke geliebt und verehrt. Mit Berliner Schnauze erzählt er Witze und Sketche. Radau zeichnet als Ich-Erzähler Erfolge und Abstiege, TV – Entertainment wie „Musik ist Trumpf“ oder Filme wie „Schtonk“, „Der Hauptmann von Köpenick“ oder „Der Trinker“. Alkoholsucht und unerbittliche Paparazzi treiben Harald Juhnke an den Abgrund „Noch ein Glas, das war´s!“ Mit „I did it my way“ und „As time goes by” beenden Eckard Radau und Benny Düring ihre Homage an den schillernden Entertainer.

21.Januar 2018

Faszinierender Klangkosmos mit Duo Poco Piu in der Niedermühle Büren

 

Harfe und Percussion – das erlebt man selten zusammen auf der Bühne und so war es wohl auch Neugierde, die am Samstagabend zahlreiche Zuhörer zum Konzert des Duos Poco Piu in die Niedermühle Büren lockte. Cordula Poos, Konzertharfinistin, Sängerin und Liedermacherin und Markus Reich, Percussionist, der aus einem unerschöpflichen Fundus von Handpan, Udu, Djembe, Cajon, Pfeifen, Flöten, Chimes u.a.m. schöpfte, jonglierten mit großer Leidenschaft und Spielfreude zwischen Jazz, Pop, Klassik und afro-amerikanischen Rhythmen und Liedern. Instrumentale Dialoge zwischen dem metallisch-obertonreichen Klang der Handpan und der Harfe beeindruckten ebenso, wie die wunderbaren Lieder aus der Feder von Cordula Poos. Fantasievolle Texte, variantenreicher Gesang – Musikperlen, die effektreich von Markus Reich in Szene gesetzt und zum Schweben gebracht wurden. Begeistert „mit swingende“  Zuhörer wurden von den Flügeln des „Vogel Glück“ gestreift und mit „Heyo, heyo, setz dich zu mir in die Sonne“ animiert zum innehalten für einen „Moment“ (Titel der neuen CD), bevor sie mit einer federleichten Version von Van Morrisons „Moondance“ auf den Nachhauseweg entlassen wurden.

Freche Cabaretparodie zum Thema Mühle

Passender hätten Ort und Raum nicht sein können für die komödiantische Literaturanthologie, die Ben Everding am Freitagabend für seine Zuhörer aufschlug. Unter dem Motto „Wir müssen die Mühle unseres Vaters verkaufen“  gab es eine musikalisch-szenische Lesung, die geistreich, fantasievoll und wortgewandt das Thema „Mühlen“ wie einen roten Faden in Texte von Karl Kraus, Goethe und Berthold Brecht webte. Perfekt schlüpfte Comedian Ben Everding in die jeweiligen Sujets und unterhielt temporeich und witzig ein manchmal verblüfftes Publikum.

Schwungvolle Eröffung des Kulturherbst in dre Niedermühle

Mit eine besonderen Sparte der Unterhaltungsmusik, dem Jazz, wurde am Samstag  der Kulturherbst in der Niedermühle Büren eröffnet. Eigenwillig, nicht gefällig sein, aber auf spannende und elegante Weise die Ohren der Zuhörer erobern, dafür steht der Jazzreigen, den das Benny Düring Trio mit Benny Düring (Piano), Richard Wiemers (Kontrabass) und Philipp Imdahl (Schlagzeug) präsentierte. Mit Stücken von legendären Jazzpianisten wie Charly Parker, Tommy Flanagan und Red Garland eröffnete das Trio den Abend, um sich dann mit einer Stimme, der von Sängerin Karin Henkemeier, weitere Möglichkeiten zu erschließen. So pulsierte Ella Fitgeralds „You took advantage for me“ oder die „Cheek to cheek“ Version von Tony Bennett und Lady Gaga durch den Niedermühlenhimmel. Eindrucksvoll interpretierten Bassist Richard Wiemers und Karin Henkenmeier „Straighten  up and fly right“, eine musikalische Fabel aus der Feder von Nat King Cole. Das Besondere des Abends war die Neuinterpretation klassischer Schlager und Popsongs hin zu groovigen, quirligen Bossa und Latin Rhythmen. Lieder wie „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellte“ hörten sich dann völlig neu. Nach zwei Stunden dichter, musikalischer Unterhaltung „tänzelte“ sich das Quartett mit Van Morrisons „Moondance“ aus den Ohren. Die nächste Veranstaltung in der Bürener Niedermühle ist ein kabarettistisches Sinnieren über Mühlen. „Wir müssen die Mühle unseres Vaters verkaufen“ so der Titel mit dem Ben Everding am Freitag, 6. Oktober einen Angriff auf die Lachmuskel der Zuhörer plant.

Perfekter Bluesabend in der Niedermühle Büren

„Das Wichtigste im ganzen Universum ist die Gegenwart“ in diesem Sinne erlebten die Besucher nder Bürener Niedermühle am Samstagabend unvergleichliche Stunden. Es passte einfach alles: die Musiker, Bluesbarde  Pete Alderton und Musikallrounder Sten Mentzel zur urigen Niedermühle und ein Publikum, das begeistert mitging. Mit der Schmuseballade „I hope that I don´t fall in love  with you“ eröffnete das Duo einen Reigen, der eigene Songs mit Coversongs von Leonard Cohen, Robert Johnson, Bruce Springsteen, Van Morrison u.a. mischte. Gecovertes wurde eigenwillig und neu interpretiert und wurde so neue und ungehört. So tänzelte Eric Claptons „Cocaine“  seelig-schwerelos und tänzelnd in die Köpfe. Alderton´s eigene Kompositionen stammen oft aus Situationen und Begegnungen heraus: „So cool“, das ist die temperamentvolle, italienische Freundin oder I´m just a foul for your love“ der staunend-verzückte Gang über die Reeperbahn. Der „Roadside Preacher“ Pete Alderton verkörpert mit markanter Stimme, Seele, Gitarre und Harp den ehrlichen, lebendigen Blues, der durch Sten Mentzels einfühlsame Begleitung ergänzt und veredelt wird. “Ain´t no sunshine, when (she´s) they  gone…” mit Van Morrison´s Ohrwurm, einem Zuhörerwunsch, rundete das Duo drei prallvoll gefüllte Stunden Summertimeblues ab.

Historias de guitarra – begeisternde Gitarrengeschichten in der Niedermühle Büren

Gitarrengeschichten – leisen und dennoch tempramentvollen Klängen-  lauschten am Samstagabend die Zuhörer(innen) in der Niedermühle Büren. Die hervorragende Akustik des historischen Gebäudes bot den perfekten Klangraum für den Künstler, Thomas Hanz und sein Instrument, die Gitarre. So, wie die Gitarre zu Spanien gehört, ist auch die Beziehung von Thomas Hanz zu seinem Instrument, mit dem er in einer Sprache erzählte, die keine Worte braucht. Dank seiner leidenschaftlichen und überwältigenden Spielkunst eröffneten sich sinnlich neue Räume, in denen Musik Bilder und Gefühle produziert. So liegt man bei „En los trigales“ – in den Weizenfeldern, lauscht Wind und Regen, dem Wogen der Ähren im Wind. Das Stück, wie auch Aranjuez und Spain,  aus der Feder bzw. Bearbeitung von Joaquin Rodrigez und Chick Corea, begeisterte mit  neuen, eigensinnigen musikalischen Einfällen. Seine Liebe für das Land und die einfachen Menschen bringt der Kubaner Heitor Villa Lobos im „Prelude 1“ zum Ausdruck. Harte Arbeit, Aufruhr, aber auch Ausruhen und Frieden werden in dieser liebevollen, musikalischen Hommage abgebildet. Das gelingt auch Augustin Barrios Mangoré, dem großen, uruguaianischen Komponisten mit seinem gefälligen „Vals Op. 8 No. 4“. Der musikalische Erzählbogen spannte sich über Isaac Albeniz, Leo Brower, Ralph Towner, Pat Metheny und lies natürlich Astor Piazolla mit dem „Libertango“ nicht aus. Beeindruckend waren auch die eigenen Kompositionen des Musikpädagogen und Festivalmachers Thomas Hanz. In der Etüde „Sagrada Familia“ verarbeitet er seine Eindrücke vom Besuch des gaudischen Momumentalbaus. „Coustouges“ ist ein ganz persönliches Geschenk zur Hochzeit einer Freundin und erzählt die außergewöhnliche Lebensgeschichte vom Suchen und Finden der Liebe. Espera – abwarten und Esperanza – Hoffnung werden im Tango „Esperatango“ eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht. Nach mehr als zwei intensiven Stunden des zuhörens rundete Eric Claptons „Tears in heaven“, ein Zuhörerinnenwunsch, dieses außergewöhnliche und wunderbare Konzert ab.

Temporeicher und genussvoller Chansonabend in der Niedermühle Büren

 

Jeder der begeisterten Zuhörer fand in Bürens Niedermühle seinen besten Platz, um die sehnsüchtigen, wirbelnden, witzigen, lauten oder leisen Chansons von Maria Thomaschke und Nicolai Orloff zu erleben. So nah und doch so fern – unter diesem Titel gab es einen Reigen, gesangliche Drei-Minuten-Dramen, die das Leben an sich hinter  den Fassaden und Fenstern aufspürten. Da sind die charmanten zwei Tanten, die jede Nacht gemeinsam Tango tanzen oder die glücklos Verliebte, „Ich hab so lang auf dich gewartet!“ mit ihren Sehnsüchten und Selbstzweifeln. Frivol und skurril die Stoßseufzer der Schlaflosen, die sich über das Schlummerglück ihres Bettpartners grämt, bizarr auch die Selbstverliebte „Ich bin so schön!“ oder die Luxussorgen der verwöhnten Dame  „Frass macht warm, Geld macht sinnlich!“  Lieder und Szenen über ganz menschliche Verhältnisse – ausdrucksstark und einfühlsam interpretierte Maria Thomaschke Stücke von Georg Kreisler, Berthold Brecht, Friedrich Hollaender,  Hermann van Veen, Anna Depenbusch und vielen anderen und begeisterte damit ihr Publikum, dass die Berlinerin erst nach mehreren Zugaben entließ. Ironischer Schlusspunkt war der Berliner Airport Song: „ In den Brandenburger Sand setzen wir ganz entspannt den Airport Willy Brandt“.

Köstliches "Herrenkonfekt" in der Niedermühle Büren

Wochenend und Sonnenschein – in diesem Sinne bereitete das Duo „Herrenkonfekt“ seinem Publikum in der gut gefüllten Niedermühle Büren einen wohlschmeckenden, perfekten Start in den Wonnemonat Mai. Es gab eine musikalische Revue, die nicht nur dem weiblichen Publikum nachvollziehbar machte, warum die Männer der Liebe wert sind. Frivol und verführerisch, Florian Brauer traf mit seinem wunderbaren Tenor, am Flügel begleitet von Urban Beyer, genau den Ton – z.B. als „Gigolo“, der im Sinne von „Ich küsse ihre Hand Madame“ das „Badewasser schlürft“, in dem die Angebetete, „Veronika“, liegt, die auf den Lenz wartet. Perfekt brachte das Duo  schmachtende, romantische Klassiker und Gassenhauer (nicht nur) der 20er Jahre und verbeugte sich großartig - musikalisch vor den Comedian Harmonist, Bing Croby, Sinatra, Roger Cicero und Max Rabe. „Du hast Glück bei den Frauen Bel Ami“, das sprach nicht nur das  mitsingende und mitsummende weibliche Publikum an. Die beiden Musiker, die auf den großen und kleinen Bühnen im Raum Kassel zuhause sind, haben in Büren durchaus neue (Zuhörer-) Freunde gefunden.

Klangprächtiges Programmfinale in der Niedermühle Büren

Der wunderbare Flügel der Bürener Niedermühle wurde von zwanzig flinken Fingern eindrucksvoll zur Geltung gebracht. Das hochkarätige Pianistenduo Xin Wang und Florian Koltun brachte ausgesuchte Stücke der großen Meister, Mozart, Brahms und Schubert, zu Gehör, die eigens für vier Hände am Klavier geschrieben wurden.

Für die Salons, also eine kleinere Zuhörerschaft gedacht, schrieb Mozart brillante, musikalische Episoden, die er mit seiner Schwester „Nannerl“ aufführte. Zu hören waren die Sonaten C Dur und D Dur, buntbebilderte Musik, die die Zuhörer, damals wie heute, begeistert und staunen lässt. Die Seele der Menschen und des Landes wollte Johannes Brahms mit seinen ungarischen Tänzen musikalisch in Szene setzen. Mit dem ersten, zweiten und fünften Tanz brachten klassische Ohrwürmer feurige Wärme in einen kalten Novemberabend. Das Hauptstück des Abends, sehr passend für den Ausklang und die dunkle Jahreszeit, war Franz Schuberts Fantasie in F-Moll. Eine Tondichtung, die wie eine Sinfonie angelegt ist und in vier Sätzen nahezu poetisch Leben beschreibt: Sehnsucht, zerbrochene Träume und Hoffnungen, Lebenslust und Vergänglichkeit. Bewegt und berührt lauschten die Zuhörer den symbiotisch spielenden Pianisten.

Florian Koltun führte kenntnisreich und unterhaltsam in jedes Stück ein und webte damit eine dichte Beziehung, wie sie nur auf kleinen Bühnen entstehen kann. Sein Credo: „Der direkte Dialog mit dem Publikum schaffte es,  Kultur so nahe zu bringen, dass sie zur Berührung und damit zu einem nachhaltigen Erlebnis wird.“

Skurriles Szenenkabarett mit Michael Tumbrick  in der Niedermühle Büren

Leise und doch nachwirkungsvoll – so lässt sich Michael Tumbrincks Auftritt in der Niedermühle Büren beschreiben. Ohne Klamauk und Getöse steht er quasi im Publikum und lässt es an und feinsinnigen Beobachtungen und beziehungsreichen Alltagstragödien teilhaben. Grellgelb gibt er den Postboten, der mit Papiermonstern (Wochenzeitung), Werbungstsunamis und spärlich adressierten Urlaubspostkarten kämpft. Souverän setzt er sich über das Postgeheimnis hinweg „man muss doch wissen, was im Viertel los ist“ und zensiert epische Abschiedsbriefe  - „Männerschlussmacherrethorik“ - auf ein vernünftiges Maß. Skurril die Erlebnisse des unfreiwillig Obdachlosen: in seinem Keller liegt eine Fliegerbombe. Das bedeutet raus aus dem Haus – doch wohin? Freunde- und Liebesbeziehungen sind durch mangelnde Empathie oder zu viel Ehrlichkeit gestört. Die Flucht ins Stundenhotel wird zum fesselnd-komischen Aufenthalt. Die dritte starke Figur in Tumbrincks Programm ist der philosophierende Penner aus dem Stadtpark. Wortakrobatisch und verblüffend einfach hat er die globalen Lösungen für aktuelle Alltagsprobleme parat.

„Schutt happens“ – ein Kabarettprogramm des Münsteraners Michael Tumbrinck, das mit feinem Humor den Alltagsstaub aufgewirbelt hat.

 

 

Westfalenblatt 23.02.2016

Skurriles mit spitzer Zunge

 

Eckhard Radau und Bernd Düring begeistern Publikum in der Niedermühle

Büren (eb). Der Ausdruck Radau wird in der Umgangssprache gleichgesetzt mit Gepolter, Krach, Trubel und Wirbel. Das aber in Verbindung zu setzen mit dem Kabarettisten Eckhard Radau, wäre vollkommen deplatziert. Etwas lauter wird es höchstens, wenn Radau bei seinen Gedichtrezitationen oder Schützenparodien seiner Stimme einen besonderen Ausdruck verleiht oder wenn er sich bei einer seiner Gesangsdarbietungen selber ohrfeigt. Ansonsten erlebten die Besucher jetzt in der Bürener Niedermühle ein Unterhaltungsprogramm, das gekennzeichnet ist von Spitzzüngigkeit, skurrilen Parodien, viel Gesang und bester Musik, vorzugsweise Jazz, Blues, Balladen, Swing und Schlager aus den 20er und 30er Jahren.

Kabarettist Eckhard Radau und Musiker Bernd Düring begeisterten die mehr als 100 Besucher zwei Stunden lang. Zwar waren sie nicht mit ihren ganz neuen Programm, »Himmel, Hölle, Teufeleien«, nach Büren gekommen, den Besuchern wurde es aber mit Auszügen schmackhaft gemacht.

In der Niedermühle bekamen die Besucher das Beste aus den bisher sieben veröffentlichten Programmen des Paderborner Duos auf die Ohren und Augen. Das fing an mit den »Paderborner Spitzen« und endete auch wieder bei diesem, ihrem ersten Programm. Dazwischen gab es jede Menge an alltagsphilosophischen Betrachtungen und ganz viel Scharfsinniges. Besonderen Szenenapplaus erntete Eckard Radau, als er mit Seemannsjacke und Uniform in die Rolle des Seemanns Kuddel Daddeldu und in die des Schützen aus dem Paderborner Land schlüpfte und diese beiden Originale mit schwerer Zunge parodierte.

Und so war nicht nur Bärbel Olfermann von der Kulturinitiative Niedermühle als Veranstalter sehr zufrieden, sondern auch das Publikum, das nicht nur aus Büren, sondern weit darüber hinaus zum Kabarettabend in die Niedermühle gekommen war.

Perfekter Jahresstart in der Niedermühle Büren - Blues mit Leib und Seele

Grau, aber nicht leise und mit dem Bluesgroove im Blut, das ist Matt Walsh, der mit seinem Acoutic Quartet am Samstagabend eine mitschnippende und mitwippende Zuhörerschaft in der Niedermühle Büren begeisterte.

In der restlos ausverkauften Niedermühle stimmte einfach alles, der Raum, die Atmosphäre und der Dialog mit Musikern, die einen originellen Klangteppich mit facettenreichem Blues und Jazz, sowie lateinamerikanischen Rhythmen ausbreiteten. Den roten Faden dazu hielt Matt Walsh mit seiner unvergleichlichen Stimme und der Bluesharp in der Hand und führte souverän und einzigartig durch „The Land Of The Blues“. An seiner Seite ein geniales Trio, das die akustischen Wurzeln des Blues souverän beherrscht und mit Leib und Seele spielt. Gitarrist und Posaunist Matthias Fleige glänzte mit tollen Soli. Markus Passlick an Bongos, Kongas, Rasseln und Schellen sorgte für den rhythmisch perfekten Percussionhintergrund und Jürgen Knautz am Bass gab den Underground dazu. Bluesfreunde erlebten mit Always, Always, Checking Out oder Heartbreaker erdig schöne Musik, die lange nachhallt und wärmend über kalte Wintertage hilft.

Gruppe „Allerleirauh“  zu Gast in der Niedermühle Büren  - Liedgut alter Liedermacher eindrucksvoll dargeboten

In Kleidern so golden wie die Sonne, so silbern wie der Mond und so glänzend wie die Sterne verzaubert das Mädchen  Allerleirauh König Jakob, so beschreibt es das Märchen der Brüder Grimm. Die Gruppe „Allerleirauh“  aus Niederntudorf hat diesen Namen vor nunmehr fast vierzig Jahren bewusst  gewählt. Mit ihren Liedern möchte sie den funkelnden Schatz (nicht nur)alten Liedgutes darbieten. Humorvoll -derbes wechselt sich mit lustvoll- romantischem ab. Thomas Willeke, Bernhard Osterholz, Christiane Rensing, Klaus Kämmerling, Anne Osterholz und Bernhard Osterholz boten einen munteren Liedteppich, der so bezaubernd war, wie das Kleid der schönen Allerleirauh.  „Lustig, lustig Brüder, legt die Arbeit nieder…“ zuhören, mitsummen und –singen, dass machte den Zuhörern in der gut gefüllten Niedermühle Büren offensichtlich Spaß. Lieder, die kein Blatt vor den Mund nehmen und in ihrer frechen Direktheit  Lebenswirklichkeit benennen. Alltagsnöte, Lebensweisheiten, Mut und Lebenslust, das und vieles mehr wurde besungen. Sehnsucht, Wehmut, Ängste  und Hoffnungen - mit dem bekannten Heimatlied, „Kein schöner Land in dieser Zeit“  und zeitkritischen Texten zur Auswandererthematik brachte Gruppe die aktuelle Lage zur Situation der Migranten und Flüchtlinge auf den Punkt. Mit dem Loblied auf den Wein und seinen Genuss verabschiedete die Gruppe das „verzauberte“ Publikum.

 
 

Impressionen Kabarett & Musik mit Marc Hofmann

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